Essen wie Gott in Franken

Am Montag erfüllten wir uns einen kleinen Traum und fuhren in das verträumte Örtchen Wirsberg für eine Übernachtung in Herrmanns Posthotel. Nun ja, wer mich kennt, weiß, dass die Übernachtung die Dreingabe war und das weitaus Wichtigere dabei, das Dinner in Alexander Herrmanns Restaurant war.

Zugegeben, man darf von Wirsberg nicht erwarten, dass hier mächtig viel los ist, dafür gibt es hier jede Menge Romantik und vor allem wirklich Zeit und Ruhe zum Auspannen.

 

Nach dem Einchecken und der kurzen Besichtigung der Umgebung, wo uns auch Alexander Herrmann mit Frau über den Weg liefen, gingen wir in das Bistro von Alexander Herrmann um einen Kaffee zu trinken und um eine Kleinigkeit zu essen.

 

Der Kuchen war gut aber nichts besonderes. Der Kaffee war top, wie übrigens auch der Service; überall absolut zuvorkommend und freundlich.

Bevor wir auf unser Zimmer zum Entspannen gingen und um uns auf das Dinner vorzubereiten, schauten wir noch beim Frühstücksraum vorbei, in dem wir am nächsten Morgen ein wirklich leckeres Frühstück hatten.

  

Um ca. 19:00 Uhr gingen wir dann zum Dinner und ich kann schon vorab sagen, dass ich wirklich restlos begeistert war und meine hohen Erwartungen übertroffen wurden.

Zu jedem Gang wurde ein extra Wein empfohlen, der meines Erachtens perfekt auf den jeweiligen Gang abgestimmt war. Ich bestellte kurzentschlossen alle, bis auf einen.

Amuse Gueule

Das Menü begann mit einem Geschenk des Hauses. Die drei Stücke waren die Interpretation Alexander Herrmanns von Rollbraten, Sauerbraten und Surfleisch. Der Geschmack war wirklich überwältigend!

Erster Gang

Der eigentliche erste Gang nannte sich Süß & Sauer und bestand aus Forellenfilet mit Limone „Ceviche Style“ mit verschiedenen kandierten Kürbisstücken, gerösteten Kürbiskernen und Orange. Bei der Forelle dachte ich zuerst naja, musste aber feststellen, dass sie in Kombination mit dem Kürbis einfach genial schmeckte. Als Wein wurde ein 2011er Würzburger Bacchus Kabinett vom Weingut Juliusspital in Würzburg serviert.

Zweiter Gang

Nun kam Schwarz & Weiß auf den Tisch. Schwarz war der fränkische Schiefertrüffel und der alte Essig, während die Sellerie, die Zwiebel und der Lardo weiß waren. Das Lardoröllchen war mit einer Trüffelcreme gefüllt, die imho wirklich ausgezeichnet war. Was mich aber wirklich völlig begeisterte, war der fränkische Schiefertrüffel. Der Geschmack war sehr pilzig, kaum zu beschreiben; man muss ihn einfach kosten. Zu diesem Gang wurde ein 2005er Hallburger Schlossberg Riesling Spätlese trocken vom Weingut Graf von Schönborn in Volkach gereicht. Was diesen Wein angeht, kann ich guten Gewissens sagen, dass ich nie einen besseren Weißwein getrunken habe. Phantastisch!

Dritter Gang

Scharf & Mild war das Motto des nächsten Gangs. Dieser Gang bestand aus gepökelten Spanferkelbäckchen, die mit Joghurt glasiert waren und den milden Teil zusammen mit der warmen, rosa Grapefruit bildeten. Den scharfen Part übernahm der Spitzkohlsalat. Abwechselnd gegessen war auch dieser Gang der Hit, wobei mein persönlicher Favourit dabei die Bäckchen waren. Einfach toll!
Auch dieser  Gang wurde von einem passenden Wein begleitet. Diesmal ein 2009er Kronsberg Weißer Burgunder Spätlese trocken vom Weingut Wirsching in Iphofen.

Zwischengang

Als nächstes wurden wir wieder vom Haus überrascht. Es gab eine Interpretation einer Salatgurke (ein Espuma) mit Erbsensoße und Apfel. Schmeckte erfrischend und war vom Geschmack her extrem intensiv. Lecker.

Vierter Gang

Der vierte Gang war der Hauptgang und hatte das Motto Geschmort & Gebraten. Der Gang bestand aus einem rosa gebratenen Hirschrücken, Cashewkernen, in Verjus geschmortes Hirschhaxenragout, Gewürzbrotcreme und glasierte Trauben. Dazu gab es einen 2007er Sonnenstuhl Spätburgunder GG Barrique trocken vom Weingut Störrlein & Krenig in Randersacker. Was soll ich sagen? Es war klasse!

Fünfter Gang

Zum fünften Gang, dem Reifegrad, kam ein Wagen mit Käsevariationen an den Tisch, bei dem man aus einer Fülle von Käsesorten wählen konnte. Diesmal gibt es zwei Bilder, da wir unterschiedlich wählten. Der Wein dazu war ein 2008er Tauberschwarz Barrique trocken vom Weingut Benz in Lauda Königshofen.

 

Süße Überraschung

Vor unserem letzten Gang bekamen wir noch mal eine kleine Überraschung in Form von Schokoladenplättchen. Wir wurden aufgefordert, zu versuchen, die Aromen der Plättchen herauszufinden. Das erste weiße Plättchen war mit Zitronengras. Danach kam ein braunes Plättchen mit Fenchelgeschmack, gefolgt von roter Paprika in weiß. Den Abschluss bildete Tonkabohne; mein Favorit.

Sechster Gang

Zum Abschluss, dem sechsten und letzten Gang unseres Dinners gab es Tradition & Innovation. Eine Nachspeise bestehend aus Apfel-Quitten-Strudel mit Sahne und Vanille, gefrorenem Apfel, Quittengel und karamellisiertem Strudelteig. Auch dieser Gang schmeckte absolut hervorragend und war der krönende Abschluss unseres fabelhaften Dinners.
Zu diesem Gang hätte man einen 2011er Lump Silvaner Trockenbeerenauslese vom Weingut Horst Sauer in Eschendorf serviert, was ich aber dankend ablehnte, da ich süße Weine nicht so gerne mag. Stattdessen nahm ich einen Wildhimbeergeist aus dem Hessischen und ich kann sagen, dass das kein Fehler war. Dieser Dreifache war top!

Abschließend kann ich sagen, dass ich durchweg angenehm überrascht war und meine Erwartungen wirklich weit übertroffen wurden. Ich bin mir sicher, dass dies nicht unser letzter Besuch in Wirsberg war.

2 Gedanken zu „Essen wie Gott in Franken

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